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Kommentar

Xavier Naidoos Rolle rückwärts

Münster

Das neue Video von Xavier Naidoo hat einmal mehr nichts mit Musik zu tun. Stattdessen entschuldigt sich der Sänger aus Mannheim überraschend reumütig. Ein Kommentar.

Von Carsten Vogel

Xavier Naidoo ist in den ver­gangenen Jahren weniger durch seine Musik als durch haarsträubende Äußerungen, Verschwörungstheorien und Auftritte mit Reichsbürgern aufgefallen. Noch vor zwei Jahren warnte der Sänger in zwei kurzen Videos vor Migranten und den Gefahren, die von ihnen ausgehen. Die Konsequenz: Der Fernsehsender RTL warf ihn zu Recht aus dem Programm.

Nun also die Rolle rückwärts. Naidoo gibt sich in einem dreiminütigen Youtube-Video geläutert. Er habe sich blenden und teilweise instrumentalisieren lassen. Das kommt plötzlich und überraschend. Immerhin hat das Bundesverfassungsgericht erst kurz vor Weihnachten bestätigt, dass eine Rednerin den aus Mannheim stammenden Musiker einen Antisemiten nennen durfte.

Sicherlich: Einsicht ist der erste Weg zur Besserung. Naidoos plötzlicher Sinneswandel darf trotzdem hinterfragt werden. Ob wirklich der Ukraine-Krieg der Beweggrund dafür ist oder ob er sich nicht vielmehr in eine sowohl künstlerische als auch finanzielle Sackgasse ­manövriert hat, sei dahingestellt. Die Entschuldigung kann durchaus aufrichtig sein, möglicherweise aber auch nur Kalkül. Der Weg – zur Glaubwürdigkeit – wird für Naidoo kein leichter sein.

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