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Kommentar zu Kardinal Woelki

Ganz neu anfangen

Münster

Kardinal Woelki hat seine Diözesanen zwar um eine zweite Chance gebeten. Gleichzeitig gab er am Aschermittwoch aber auch bekannt, dass er dem Papst während seiner zurückliegenden Auszeit auch seinen Amtsverzicht angeboten hat. Es wird wohl auf eine Trennung hinauslaufen.

Von Johannes Loy

Kardinal Rainer Maria Woelki, Erzbischof von Köln. Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild

Am Aschermittwoch hat für die Christen eine Zeit der Einkehr und Neuorientierung mit Blick auf Ostern begonnen. Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki gab bekannt, dass er Papst Franziskus seinen Amtsverzicht angeboten habe. Der erschöpfte Erzbischof hat während seiner Auszeit eingesehen, dass die Situation im Erzbistum festgefahren ist. Noch hofft er auf eine zweite Chance.

Woelki verlor aufgrund seiner Versäumnisse in der Aufarbeitung sexueller Gewalt Ansehen und Integrität. Ein Bischof, der dazu noch aufgrund massiver Kommunikationsprobleme bei den Gläubigen seines Bistums Abkehr und Protest auslöst, kann sein Amt nicht sinnvoll und einheitsstiftend ausüben. Der Papst dürfte Woel­kis Amtsverzicht in Kürze annehmen und für ihn eine passende Verwendung in Rom finden. Das größte Bistum Deutschlands benötigt einen Neuanfang.

Angesichts einer Welt, die am Abgrund taumelt, sind kirchliche Konflikte zuletzt in den Hintergrund getreten. In allen Bereichen der Kirche, von der Spitze bis zur ­Basis, sollte ein neuer Ton der synodalen Verständigung und des konstruktiven Dialogs anklingen. Krieg und Propaganda haben wir schon genug.

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