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Kommentar: Ministerin Lambrecht unter Druck

Den Irrflug stoppen

Mit der Mitnahme ihres Sohnes in einem Regierungshubschrauber in Richtung Sylt beweist Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht erneut fehlendes Fingerspitzengefühl in Kriegszeiten. Der Helikopter-Flug reiht sich ein in eine Serie von Pannen. Es ist an der Zeit, Konsequenzen zu ziehen.

Ein Kommentar von Stefan Biestmann

Unter Druck: Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) Foto: Darko Vojinovic/dpa

Das Verteidigungsministerium war schon immer vermintes Gelände für Spitzenpolitiker. Doch es ist trotzdem eine Kunst, als Verteidigungsministerin in so kurzer Zeit sämt­liches Vertrauen zu verspielen – auch in der Truppe. Es mag formal korrekt sein, dass Christine Lambrecht ihren Sohn in einem Regierungshubschrauber mit Ziel Sylt mitgenommen hat. Doch die Außenwirkung gerade in Kriegszeiten ist fatal.

Und der Helikopter-Flug ist leider kein Ausreißer, sondern reiht sich ein in eine Serie von Pannen und Fehlern der Ministerin. Lambrecht beweist erneut fehlendes Fingerspitzengefühl. Bestes Beispiel dafür war, dass sie die Lieferung von läppischen 5000 Helmen an die Ukraine als Zeichen großer Solidarität verkaufen wollte – und Deutschland der Lächerlichkeit preisgab. Angesichts der an­gespannten außenpolitischen Lage sollte Kanzler Scholz den Irrflug im Verteidigungsministerium stoppen – und einen Neuanfang wagen.

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