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Landwirtschaft

Kommentar zur Erntebilanz: Systemrelevant

Die Herausforderungen könnten größer nicht sein. Trockenheit und Dürre, dazu ein Über­angebot vor allem an Getreide auf den Warenterminmärkten und die Corona-Krise – Deutschlands Landwirte er­leben einmal mehr wirtschaftlich schwierige Zeiten. Ein Kommentar.

Frank Polke

Viele Bauern in Deutschland müssen ein drittes Jahr in Folge mit einer mäßigen Ernte leben. Foto: dpa

Natürlich sind viele Branchen aktuell von erheblichen Turbulenzen getroffen, doch können Maschinenbauer, Handel oder Reiseunternehmen hoffen, nach dem Ende der Pandemie wieder durchstarten zu können.

Die heimischen Landwirte dagegen stehen einem sich verfestigenden Strukturwandel gegenüber. Der Klimawandel verändert ihre berufliche Produktionsweise. ­Dazu kommt – vor allem im tierhaltenden Bereich – die Konkurrenz aus Südeuropa, China und Südamerika, die staatlich subventioniert und politisch flankiert auch auf den deutschen Markt drängt.

Landwirtschaft „Made in Germany“ ist keine Selbstverständlichkeit – aber systemrelevant. Es ist eine beklemmende Vorstellung, dass die chinesische kommunistische Partei oder ein Staatspräsident vom Schlage eines Jair Bolsonaro Einfluss auf die Lebensmittelversorgung in Deutschland erhält. Eine wirklich mit Autorität versehene Landwirtschaftspolitik der EU ist gebotener denn je.

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