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Kommentar zur SCP-Trennung von Antwerpen

Liaison mit Hindernissen

Münster

Das Ende der sportlich so erfolgreichen Verbindung zwischen Preußen und Trainer Marco Antwerpen war seit vielen Wochen absehbar. Mit dem Schritt ins Büro seines Vorgesetzten hat der Coach Tatsachen geschaffen und geht nicht als Verlierer aus der pikanten Angelegenheit – sofern er die Mannschaft in den kommenden Wochen in der Spur hält. 

Thomas Rellmann

Zwei, die nicht immer einer Meinung waren, aber beide für sich in ihren Positionen einen guten Job machen: Sportchef Malte Metzelder (links) und Trainer Marco Antwerpen (rechts). Foto: Jürgen Peperhowe

Der große Ehrgeiz des 47-Jährigen, der fast überall gute Arbeit ablieferte und in die 2. Liga strebt, und der rigorose und so nie dagewesene Sparzwang des Vereins passen einfach nicht mehr zusammen.

Das trat bei der Suche nach Neuzugängen in den Transferperioden offen zutage. Im Dezember kamen persönliche Dissonanzen zum Vorschein.

Für den SCP bedeutet die Trennung, dass im Sommer erneut die Stunde null ausgerufen wird. Ein neues Trainerteam muss her, dazu laufen 13 Arbeitspapiere, größtenteils von Stammspielern und Leistungsträgern, aus. Auf eine Vielzahl an Vertragsverlängerungen deutet wenig hin. Eher auf junge Spieler aus unteren Klassen.

Die Gefahr, dass ein Neuanfang auch mal schief geht, ist nicht von der Hand zu weisen. Gerade in einer Liga, in der nun vier Clubs absteigen, in der es immer eng zugeht und die in der Zukunft noch finanzstärkere Konkurrenz beherbergen könnte.

"Handy stand kaum still"

Bereits am Montagabend verständigten sich Marco Antwerpen und Malte Metzelder auf ein Gespräch am Dienstag. Gänzlich baff war der Sportchef ein paar Stunden später also nicht, als sich ihm der Coach in kleiner Runde offenbarte.

Herr Metzelder, wie haben Sie die Entscheidung für sich aufgenommen?

Metzelder: Gefasst. Wir haben ein sehr sachliches Gespräch geführt. Marco ist sehr ehrgeizig, hat andere Ziele. Das ist völlig in Ordnung.

Marco Antwerpen hat gesagt, dass er bis zuletzt alles für den Verein geben wird. Nehmen Sie ihm das ab?

Metzelder: Ja. Ich bin mir ganz sicher, dass er keinen Prozentpunkt nachlassen wird. Wer ihn am Spielfeld erlebt, weiß, wie er bei der Sache ist. Und so ganz nebenbei will er bei anderen Clubs auf dem Radar bleiben.

Sind schon erste Bewerbungen eingetrudelt?

Metzelder: Es ist normal, dass sich nun diverse Berater melden. Mein Handy stand kaum still. Wir werden nichts überstürzen. Wir wollen eine Plattform für junge und entwicklungsfähige Spieler bieten. Wirtschaftlich sind wir gezwungen, kreative Lösungen zu finden. Der  neue Trainer muss sich dem bewusst sein.

Andre Fischer

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