1. www.wn.de
  2. >
  3. Kommentar
  4. >
  5. Lieberknechts Rückzug: der Thüringer Sumpf

  6. >

Kommentar

Lieberknechts Rückzug: der Thüringer Sumpf

Chapeau, Christine Lieberknecht! Die frühere CDU-Ministerpräsidentin hat ihrer Partei in Thüringen einen Korb gegeben. 

Michael Giese

Christine Lieberknecht (CDU) Foto: dpa

Die 61-Jährige will sich für politische Spielchen nicht hergeben. Zu Recht. Niemand kann ihr vorwerfen, dass sie ihren guten Ruf schützen will. Es gab einen Zeithorizont, um sie als Übergangs-Regierungs­chefin in Erfurt einzusetzen. Doch die thüringischen Christdemokraten um Mike Mohring haben wieder einmal den Blick auf die Realitäten im Lande verkannt.

Lieberknechts Rückzug ist sicher auch ein Signal in die eigenen Reihen, endlich in die Puschen zu kommen –nicht nur zum Wohle der eigenen Partei, sondern zu­vorderst zum Wohle Thüringens. Nicht alle dort haben den Ernst der Lage offenbar schon begriffen. Je längerdas Chaos in Erfurt andauert, umso tiefer sinkt auch dieBundes-CDU in den Thüringer Sumpf.

Ramelows Lieberknecht-Vorstoß war ein Coup – mit bitterem Beigeschmack für die thüringische CDU. Mohring & Co. stecken in der Klemme zwischen AfD und Linken. Sie müssen über ihren Schatten springen, wenn sich in Thüringen politisch wieder etwas bewegen soll – durch Neuwahlen oder als Stütze für Rot-Rot-Grün.

Startseite