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Kommentar zur aktuellen Corona-Lage

Lockdown in der Bayern-Idylle: Versemmelt

Berchtesgadener Land

Abgeriegelt der Nationalpark Berchtesgadener Land. Lockdown. Schluss mit lustig. Schluss mit Party. Landschaftlich reizvoll, ökonomisch attraktiv, lässt sich jetzt von den hohen Gipfeln besichtigen, wie tief eine Region fällt, wenn deren Bewohner es offensichtlich selbst versemmeln. Ein Kommentar.

Norbert Tiemann

Foto: dpa (Symbolbild)

Eine private Feier soll offenbar Ursprung des massiven Infektionsgeschehens sein, das von unverbesserlichen Corona-Leugnern wahrscheinlich noch immer als typische Grippewelle schöngeredet wird.

Der Lockdown in der Bayern-Idylle ein Menetekel für das Unheil, von dem die Kanzlerin jüngst warnend sinnierte? Zweifellos notwendig die verfassungsrechtlich und politisch gebotene Debatte über die unterbelichtete Rolle des Bundestages im Corona-Krisen-Management, nachvollziehbar die beliebte Kaffeesatzleserei über Merkels angeblichen Machtverlust angesichts der Vielstimmigkeit im Konzert der Länderfürsten. In der Alltags­tristesse aber ist doch völlig egal, ob Kanzleramt, Ministerpräsident, Landrat oder sonst wer Maßnahmen gegen die Pandemie verhängt – wenn sich noch immer zu viele Menschen einen feuchten Kehricht darum kümmern.

Markus Söder nimmt mit dem Lockdown einen ganzen Landkreis quasi in Sippenhaft. Es mag übertrieben sein, soll aber womöglich für den Rest der Republik ein vielleicht letztes Alarmsignal setzen.

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