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Kommentar

Lokale Corona-Beschränkungen: Die neue Freiheit

Mehrere Bundesländer hatten vor Ausreisebeschränkungen für ganze Landkreise bei Corona-Ausbrüchen gewarnt. Doch die waren so gar nicht geplant. Nun gibt es zielgenauere Regeln - auch für Reiserückkehrer..

Gunnar A. Pier

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben sich auf zielgenauere, lokale Beschränkungen in Regionen mit einem starkem Corona-Ausbruch verständigt. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Wer hätte es Anfang des Jahres für möglich gehalten, dass in diesem Land jemals lokale Ausreisesperren nicht als abwegige Repression gelten, sondern Freiheit ermöglichen? Die Corona-Bedrohung macht vormals Undenkbares zum Alltag. Und es ist noch nicht vorbei.

Monatelang unterwanderte die Pandemie schleichend das Leben, immer neue Beschränkungen kamen. Genauso schleichend verschwanden viele Beschränkungen wieder. Wir dürfen uns wieder mit Freunden treffen, Hosen kaufen, an die Nordsee fahren. Dass das vor wenigen Wochen noch verboten war, ist schnell vergessen.

Bei dem Versuch, so vorsichtig wie nötig zu sein und dennoch die Freiheit der Menschen so wenig wie möglich einzuschränken, sind die nun beschlossenen regionalen Maßnahmen, die zudem nur im Infektionsfall greifen, eine gute Lösung. So ärgerlich etwa lokale Ausreisesperren auch sind: Es ist nicht gleich ein ganzer Kreis oder gar ganz Deutschland betroffen. Der generelle Lockdown der Anfangszeit war auch ein Ergebnis einer gewissen Hilflosigkeit. Nun sind die Maßnahmen aus­gereifter – und etwaige örtliche Beschränkungen der Preis für die neue Freiheit aller anderen.

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