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Kommentar

Mangel an Intensivpflegekräften: Ein Hilferuf

Trotz immer größerer Belastungen und Sorgen wegen der rasanten Ausbreitung von Corona blieb finanzielle Anerkennung lange aus. Grundsätzlich aber ist das Problem des Fachkräftemangels erkannt. Allerdings dauert es, bis die Maßnahmen greifen.

Mirko Heuping

Ein Pfleger eines Pflegeheims schiebt eine Bewohnerin mit einem Rollstuhl. Foto: Tom Weller/dpa

Die Corona-Pandemie und der Mangel an Pflegekräften können bereits jeweils für sich ­genommen bedrohliche Rhythmus­störungen im deutschen Gesundheitssystem auslösen. Nun, da beides geballt aufeinandertrifft, ist ein Kollaps nicht mehr auszuschließen. Die Hilferufe aus den Kliniken sind eine letzte Warnung: Lasst es so weit nicht kommen, verschafft uns Luft! Zusätzliches Material kann beschafft werden, zusätzliche Pfleger nicht.

Grundsätzlich ist das Problem des Fachkräftemangels in der Pflege erkannt. Mehr Anerkennung, mehr Geld, weitere Stellen – zuletzt hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit aller Macht gegengesteuert. So weit, so gut. Allerdings dauert es, bis die Maßnahmen greifen. Pflegekräfte müssen erst ausgebildet werden, darauf nimmt Corona keine Rücksicht. Die krankheitsbedingten Ausfälle in den Kliniken werden täglich mehr. Die exponentielle Verbreitung des Virus muss gestoppt werden.

Kurzfristig ist die Drosselung der Fallzahlen die einzige Stellschraube, um das System zu entlasten. Dabei Wirtschaft und Bildungssystem nicht zu schaden, ist ein Kunststück – eines, das die Politik nur vollbringen kann, wenn die Bevölkerung möglichst geschlossen mitzieht.

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