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Kommentar

Tankrabatt kam „überwiegend“ bei den Verbrauchern an

Die Mineralölindustrie hat im vergangenen Sommer den dreimonatigen Tankrabatt „überwiegend“ weitergegeben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Bundeskartellamts.

Eine Anzeigetafel an einer Tankstelle. Foto: dpa

Vor jedem langen Wochenende, jedem Urlaubsbeginn steigen die Kraftstoffpreise, das ist (fast) so sicher wie der Stau am Lotter Kreuz zum Ferienstart. Doch es ist noch kein Beweis dafür, dass die Mineralölbranche sich abspricht. Zumal Absprachen gar nicht nötig sind.

Die Preise stehen groß auf den Anzeigetafeln an den Straßen, sekundengenau in Benzinpreis-Apps. Und natürlich reagieren die Konzerne darauf, ob der Konkurrent den Preis erhöht oder senkt. Das ist Marktwirtschaft.

Scharfe Kontrollen des Kartellamtes

Immerhin: Der Tankrabatt ist laut Bundeskartellamt „überwiegend“ an die Autofahrer weitergegeben worden. Dass die Behörde schon im Vorfeld angekündigt hatte, genau dies kritisch zu prüfen, dürfte geholfen haben. Wobei das „Überwiegend“ darauf hinweist, dass ein Teil des steuergeldfinanzierten Rabatt-Segens wohl doch bei den Konzernen hängen geblieben ist.

Wenn die Kraftstoffpreise nach dem Beginn des Ukrainekriegs stärker stiegen als die Rohölpreise, deutet das darauf hin, dass die Autofahrer tatsächlich stärker als nötig zur Kasse gebeten wurden, wie es auch der ADAC bemängelt. Dagegen gibt es nur zwei Mittel: Weitere scharfe Kontrollen des Kartellamtes, vor allem aber preisbewusstes Tanken der Autofahrer. Die Preise stehen schließlich groß an der Straße.

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