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Kommentar

Maskenaffäre in der CDU: Schaden für alle

Demut und Anstand sind menschliche Eigenschaften, die man nicht partiell oder zeitverzögert zeigen kann, sondern nur ganz und sofort: Die ursprünglich abgegebene Erklärung des Mannheimer Abgeordneten Nikolas Löbel, sein Bundestagsmandat erst zeitversetzt abgeben zu wollen, beweist, dass er genau diese Tugenden nicht hat – genau wie sein Parteifreund Georg Nüßlein, der es sogar bis zum Fraktionsvize der Union gebracht hatte.

Frank Polke

Nikolas Löbel (CDU) spricht bei der Plenarsitzung des Deutschen Bundestages Foto: dpa

Individuelles Fehlverhalten zweier dem Wirtschaftsflügel der Union zuzurechnender Politiker. Für die CDU-Landesverbände in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ist das dreiste Kapitalschlagen aus der Pandemie der größte anzunehmende Wahlkampf-Unfall und dürfte sie alle ohnehin schwachen Siegeschancen kosten.

Doch es geht noch eine Ebene höher: Die Maskenaffäre versetzt dem ohnehin angeknacksten Vertrauen ins Corona-Krisenmanagement einen weiteren Schlag mit dem Hammer. Impfpannen, Schnelltestchaos, undurchsichtige Verordnungen – Entwicklungen, die das „Wir-kommen-gut-durch-die-Corona-Krise“-Gefühl Substanz kosten. Alle Verantwortlichen dafür – dazu gehört auch die Präsidial-Kanzlerin im Spätherbst ihrer Regentschaft – sollten aber wissen, wie wertvoll das Vertrauen der Menschen für die Überwindung der Akut-Krise ist.

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