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Merz marschiert – und muss liefern

Mit Bruch zum Aufbruch

Dass Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus es nicht mehr auf eine Kampfabstimmung, auf eine CDU und CSU belastende Machtprobe ankommen lässt und Friedrich Merz nun sein Amt andient, verdient hohen Respekt. Und Merz steht jetzt vor einer Herkulesaufgabe. Ein Kommentar.

Von Norbert Tiemann

Friedrich Merz CDU (l), designierter CDU-Bundesparteivorsitzender, und Ralph Brinkhaus (CDU), Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Foto: Michael Kappeler

Friedrich Merz auf den Spuren Angela Merkels. Wie bitte? Aber ja doch: Nach der verlorenen Bundestagswahl 2002 beanspruchte die damalige CDU-Vorsitzende Merkel auch den Fraktionsvorsitz im Bundestag für sich – und Merz musste gehen. Der damals schwer Gekränkte zieht heute, 20 Jahre später und ebenfalls als CDU-Chef, dieselbe Karte. Strategisch und machtpolitisch gehören beide Ämter, zumal in der Opposition, in eine Hand. Dass Ralph Brinkhaus es nicht mehr auf eine Kampfabstimmung, auf eine CDU und CSU belastende Machtprobe ankommen lässt und Merz nun sein Amt andient, verdient hohen Respekt. Die 95-Prozent-Zustimmung für den Briloner und nicht zuletzt auch klare Hinweise aus Reihen der CSU pro Merz dürften Brinkhaus veranlasst haben, diesen für ihn zweifellos schmerzlichen Schritt zu gehen.

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