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Niederlande lockern Corona-Maßnahmen: Ein falsches Signal

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei über 300, in den Krankenhäusern herrscht Alarmstimmung. Trotzdem kehren die Niederländer nach vier Monaten Lockdown ein wenig in den Normalmodus zurück. Das aber ist ein falsches Signal. Ein Kommentar

Elmar Ries

Menschen feiern den Tag des Königs. So wie am Dienstag in Amsterdam könnte es nun überall in den Niederlanden aussehen. Das Land lockert seine Corona-Maßnahmen. Foto: dpa Foto: dpa

Die Niederlande lockern ihre ­Corona-Maßnahmen. Nach vier Monaten strengen Lockdowns ist seit gestern die Außengastronomie geöffnet und die nächtliche Ausgangssperre passé. Wer in Geschäften ein­kaufen will, kann dies ab sofort wieder ohne Terminabsprache machen. So sieht er also aus, der schöne Schein der Normalität.

Corona hält auch das Königreich eisern im Griff. Die ­landesweite Inzidenz liegt bei über 300, der Druck auf Krankenhäuser und Intensivstationen ist riesig. Das Expertengremium des Corona-Beirats schlug mit Blick auf die Lockerungspläne die Hände über dem Kopf zusammen – die Regierung Rutte seine Warnungen in den Wind.

Außengastro statt Ausgangssperre: Der lockere Umgang mit den Lockerungen in den Niederlanden treibt auf deutscher Seite Politik und Verwaltung zu Recht Sorgenfalten ins Gesicht. Weil auch hierzulande die Menschen die Nase gestrichen voll haben. Von dem Virus und der Gefahr, all den spaßverderbenden Ein- und Beschränkungen. Hier wegtauchen unter den Restriktionen und beim Nachbarn mal eben eintauchen in ein bisschen mehr Freiheit. Gerade im Grenzraum ist die Versuchung groß, weil die Entfernungen gering sind. Die Folgen könnten jedoch fatal sein.

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