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Kommentar

NRW-Schulpolitik wirkt wenig krisenfest: Heute hü, morgen hott

Wenn sich Kanzlerin und Länderchefs am Mittwoch treffen, um über den Fortgang in der Corona-Krise zu beraten, spielt das Thema Schule eine zentrale Rolle. NRW hat sich in der Schulpolitik in den vergangenen Monaten nicht mit Ruhm bekleckert. Heute hü, morgen hott: Schüler, Eltern und Lehrer ärgern sich. Ein Kommentar.

Elmar Ries

Mal in der Schule, dann wieder zu Hause. Unterricht während der Pandemie ist in NRW so sprunghaft wie das Corona-Virus. Foto:

Angela Merkel stellt also eine – gemessen an Corona-Maßstäben – langfristige Strategie für Schule und Kitas in Aussicht, für ihre Bildungsministerin Anja Karliczek kann ein Schulbetrieb unter Corona-Bedingungen funktionieren. Schön, dass die beiden CDU-Frauen etwas für machbar halten, das in der Pandemie bisher nicht funktioniert hat – und für das sie im Übrigen gar nicht zuständig sind.

Schulpolitik ist Ländersache. Im Corona-Krisen-Modus hat sich NRW hier wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. Schulen auf, Schulen zu, Präsenz-Unterricht, Distanz-Unterricht, freitagnachmittags ministerielle Ansagen herausschicken, die Schulen ab Montag umzusetzen haben: All das wirkt nicht der unsteten Pandemie geschuldet, sondern vielmehr plump übers Knie gebrochen. Heute hü, morgen hott. Lehrer maulen, Schüler verzweifeln und Eltern sind auf den Barrikaden. Wundert’s wen?

Politik auf Sicht – das ist in Corona-Zeiten beliebter ­Politiker-Sprech. Und richtig. Alles Handeln geschieht vor dem Hintergrund der Pandemie. Und die ist zappelig, sprunghaft und nicht kalkulierbar. Politik auf Sicht braucht aber auch Optionen für das noch nicht Sichtbare. Alternativen, Ausweichmöglichkeiten, den berühmten Plan B. In der Schulpolitik folgt NRW offenbar lieber der alten Bergmannsregel „Vor der Hacke ist es duster.“

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