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Kommentar: Münster ist einmal mehr Fahrrad-Hauptstadt

Politik muss Prioritäten setzen

Münster hat es geschafft, darf sich erneut als fahrradfreundlichste Stadt rühmen. Einmal mehr, immerhin zum siebten Mal in Folge – aber auch nur gerade eben so. Denn die Westfalenmetropole hat diesmal deutlich schlechter abgeschnitten als noch beim letzten Fahrradklima-Test des ADFC vor zwei Jahren. Der Vorsprung vor Verfolger Karlsruhe ist diesmal in der Tat „hauchdünn“, wie selbst die Stadtverwaltung einräumt.

Markus Kampmann

Ihr Chef, Oberbürgermeister Markus Lewe, hat folglich recht: Es bedarf erheblicher Anstrengungen, wenn die Stadt hier auch künftig in der ersten Liga spielen will. Das bedeutet vor allem, dass sie genügend Geld bereitstellen muss, um das Radverkehrskonzept umzusetzen und die bereits bestehende, aber teils marode Infrastruktur zu verbessern. Nur entscheidet nicht der Oberbürgermeister über den Haushalt, sondern die Politik. Sie muss Prioritäten setzen – und mutige Entscheidungen fällen. Denn beim Geld, aber in vielerlei Hinsicht auch im Verkehrsraum konkurriert der Rad- mit dem Autoverkehr.

Letzterer wird in vielen Städten zu einem immer größeren Problem: durch Lärm, Abgase, verstopfte Straßen, Parkdruck . . . Viele Kommunen haben das erkannt – und ebenso den Stellenwert des Radverkehrs als Alternative. Der Wettbewerb um den Titel der Fahrradklima-Hauptstadt wird dadurch nicht geringer.

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