1. www.wn.de
  2. >
  3. Kommentar
  4. >
  5. Proteste der Bauern: Falsche Konfrontation

  6. >

Kommentar

Proteste der Bauern: Falsche Konfrontation

Der Protest der Landwirte gegen die amtierende Umweltministerin wird schärfer - doch er birgt auch Risiken.

Frank Polke

Protestierende Landwirte. Foto: Matthias Balk

Der Protest der Landwirte, der weniger als früher von Verbänden organisiert und geleitet wird, sondern über neue Kommunikationskanäle oft anlassbezogen auf die Straße getragen wird, personalisiert sich auf die Umweltministerin Svenja Schulze. Auf der anderen Seite gefällt sich die SPD-Politikerin in der Rolle, schwierige Sachverhalte wie die Frage nach der Schuld am Artenschwund monokausal deutschen Landwirten zuzuschieben.

Diese Konfrontation springt zu kurz. Natürlich stößt die oft intensiv betriebene Tierhaltung in vielen Regionen an ihre Grenzen, sorgt der hohe Nitrat-Gehalt des Wassers nicht nur für einen fast beispiellosen Rechtsstreit zwischen Deutschland und der EU über Grenzwerte und richtig aufgestellte Messstellen, sondern ist eine nicht hinnehmbare Belastung der Ressource Wasser.

Aber es wird in 20 Jahren keine deutsche Landwirtschaft mehr geben, wenn die Branche weiterhin aus ideologischer Verkennung der Fakten oder Jagd nach Wählerstimmen allein verantwortlich für den Zustand unserer Ökosysteme gemacht wird. Die Konkurrenz aus Spanien, aus Südamerika und vor allem aus China wartet nur darauf, auch diesen Wirtschaftszweig zu erobern.

Startseite