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Britisches Königshaus

Queen Elizabeth II. hinterlässt ein beeindruckendes Erbe

London

Sie war der Inbegriff der Stabilität und Kontinuität für die Britinnen und Briten – nun werden sich ihre Landsleute neu orientieren müssen. Ein Kommentar.

Von Dorle Neumann

Die britische Königin Elizabeth II. ist gestorben. Ihr Sohn Charles ist nun König. Das teilte der Buckingham-Palast am Donnerstag mit. Foto: Pool PA/AP

König Charles (sollte er nicht einen seiner weiteren Namen wählen) wird erst noch unter Beweis stellen müssen, dass er eine ähnliche Dienstauffassung besitzt wie seine Mutter, die 70 Jahre lang britische Monarchin war.

Elizabeth II. hinterlässt ein beeindruckendes Erbe:

Sie stand als junge Frau an der Seite ihrer „Untertanen“, als die Deutschen ihr Land bombardierten – und setzte sich später für die Versöhnung mit dem einstigen Kriegsgegner ein. Sie stellte ihr Pflichtbewusstsein über viele andere Aspekte ihres Lebens und versuchte dennoch, hinter den Palastmauern und in der schottischen Sommerfrische auf Balmoral ein gewisses Maß an ­Privatleben zu bewahren.

Sie war vielseitig interessiert und hielt sich in der Öffentlichkeit dennoch mit ihrer Meinung zurück – nur in den Vier-Augen-Gesprächen mit den insgesamt 15 Premierministern und -ministerinnen sprach sie offen über Politik. Sie verstand es, mit freundlicher Zuwendung auf die Menschen zuzugehen, sie ließ nie einen Zweifel aufkommen, dass sie ihre ­Lebensaufgabe mit Hingabe und Würde erfüllen wollte.

Charles steht vor neuen Herausforderungen

Britische Monarchen stehen auch dem Commonwealth vor – einer Vereinigung von derzeit 56 Staaten rund um den Globus. In Zeiten wachsender Verwerfungen zwischen Norden und Süden, immer lauterer Kritik an der Globalisierung und gemeinsamer Probleme wie dem Klimawandel ist der Verbund eine wichtige Klammer. Elizabeths Nachfolger wird dieses Forum hoffentlich intensiver zum Meinungsaustausch und zu politischen Debatten zu ermuntern wissen als seine Mutter. Charles kann angesichts neuer Herausforderungen durchaus eigene Akzente setzen.

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