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Kommentar: Und noch eine Zölibatsdebatte

Querschläge im Vatikan

Im Vatikan geht es zurzeit munter hin und her. Ein Buch über Priestertum und Zölibat, an dem der emeritierte Papst Benedikt XVI. beteiligt ist, wird als bewusster Affront gegen Papst Franziskus gewertet. Dieser muss in Kürze Konsequenzen aus der Amazonas-Synode ziehen, die sich mehrheitlich für verheiratete Priester in abgelegenen Gebieten am Amazonas ausgesprochen hat, um die Seelsorge zu sichern. Nun rudert Benedikt, der den Zölibat vehement verteidigt, zurück.

Johannes Loy

Papst Franziskus (l) und der emeritierte Papst Benedikt XVI im Kloster «Mater Ecclesiae» in Rom. Foto: -/Vatican Media/dpa

Selbst der wackerste Katholik wird in diesen Tagen zwischen der Debatte um sexuelle Gewalt im Raum der Kirche, beendeter Amazonas-Synode und beginnendem „Synodalen Weg“ schwer seufzen. Im neuen Jahr sollen behutsam Weichen gestellt werden. Möglicherweise will Papst Franziskus in Ausnahmefällen in abgelegenen Dörfern des Amazonasgebiets verheiratete Priester zulassen. Aus ­Sorge um die kontinuier­liche sakramentale Seel­sorge an den Christen, die dort leben. In konservativen Kreisen der Kirche im Vatikan wird nun ein Dammbruch vermutet; eine spirituelle Aushöhlung jenes über Jahrhunderte hinweg sakral überhöhten Klerikerstandes.

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