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Kommentar

Maskenpflicht im Klassenzimmer: Rolle rückwärts

Die Maskenpflicht im Unterricht soll an den Schulen in Nordrhein-Westfalen wieder eingeführt werden. Sie werde dem Kabinett die Rückkehr zur Maskenpflicht am Sitzplatz für alle Schulen empfehlen, kündigte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Montag in Düsseldorf an. Ein Kommentar.

Von Dorle Neumann

Eine Schülerin sitzt im Unterricht mit Mundschutz im Klassenzimmer.  Foto: picture alliance/dpa | Karl-Josef Hildenbrand

Die Lehrerverbände haben davor gewarnt, viele Elternvertreter schüttelten mit dem Kopf – aber trotz aller Kritik und Widerstände hatte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer die Maskenpflicht in den Klassenzimmern vor einem Monat aufgehoben. Die FDP-Politikerin erklärte damals, man müsse den Kindern und Jugendlichen „ein Stück Normalität“ zurückgeben.

Welche Normalität? Die Ministerin sollte die grund­legende Frage, was für diese junge Generation denn „Normalität“ ist, in Ruhe überdenken. Die FDP tut sich seit Beginn der Pandemie schwer damit, den Menschen Einschränkungen abzuverlangen – selbst wenn diese ausdrücklich von Experten empfohlen werden. Gebauer hat zum Glück eine rasche Rolle rückwärts vorgelegt.

Die rasant steigenden Infektionszahlen, insbesondere bei Jüngeren, und die klaren Wünsche aus den Schulen haben die Ministerin erfreulicherweise den allzu liberalen Kurs aufgeben lassen. Denn die Rückkehr zur Maske ist auch wichtig, um den Präsenzunterricht abzusichern. Im Klassenzimmer mit Maske gemeinsam zu lernen, hinterfragen, streiten und lachen ist allemal besser, als zu Hause ohne Maske dem Online-Unterricht zu folgen.

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