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Kommentar: Putins Doppelstrategie

Russland vor der Wahl

Die Muskelspiele der russischen Armee in der Nordsee und die Nichtzulassung des Kreml-Kritikers Nawalny zur Präsidentenwahl dürften einen Vorgeschmack auf die russische Politik der nächsten Monate sein. Wladimir Putin setzt zur Sicherung seiner ohnehin nicht gefährdeten Wiederwahl zum Präsidenten offenbar auf eine Doppelstrategie.

Frank Polke

Foto: dpa

Nach innen macht er alle Gegner seiner Regierung und vor allem seiner Person mundtot. Die Entscheidung der Wahlkommission, den Bürgerrechtler Nawalny wegen einer äußerst umstrittenen Verurteilung nicht zur Wahl Mitte März zuzulassen, dürfte kaum ohne Einflussnahme des Kreml-Herrschers gefallen sein. Obwohl Nawalny wohl keine echten Siegeschancen besaß, geht Putin auf Nummer sicher und verhindert jede potenzielle Konkurrenz.

Außenpolitisch bestreitet er durchaus einen riskanten Weg. Die Militärübung an der Ost-Grenze der Nato, die wachsende Präsenz der russischen Flotte in der Nordsee – all das soll den potenziellen Wählern in Russland zeigen, wie stark die einstiege Supermacht wieder ist. Dass diese Muskelspiele über die wahre wirtschaftliche und gesellschaftliche Schwäche des Riesenreichs hinwegtäuschen, wird den Russen aber erst nach der Wahl deutlich werden.

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