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Regionalwahl in Italien

Sardinen und Angler

Italiens lautstarkem Oppositionschef Matteo Salvini gelingt bei einer wichtigen Regionalwahl doch nicht der erhoffte Schlag gegen die Regierung in Rom. Doch die Aussicht bleibt düster.

Martin Ellerich

Matteo Salvini, ehemaliger Innenminister von Italien und Chef der Partei Lega Nord, spricht während einer Wahlkampfveranstaltung in der Emilia-Romagna. Foto: Stefano Cavicchi/LaPresse/AP/dpa

Positiv: Die „Sardinen“ haben Salvini zum Angeln geschickt. Die Bewegung, die Zehntausende gegen die Hassreden des Rechtspopulisten mobilisiert, hat die Menschen in der traditionell linken Emilia-Romagna daran erinnert, dass man zuweilen ein kleineres Übel, die derzeit unbeliebten Sozialdemokraten, wählen muss, wenn man das größere, Salvini nämlich, verhindern will. Die „Sardinen“-Bewegung hat Wähler für die Demokraten gefischt. Salvini ist zum zweiten Mal mit dem Griff nach der alleinigen Macht gescheitert. Der „Capitano“, so sein Spitzname, hat Zeit zum Angeln – vorerst.

Negativ: Die Aussicht bleibt düster. Der rechte Hetzer gibt nicht auf. Die ungleiche römische Koalition zwischen den bürokratischen Sozialdemokraten und den linkspopulistischen Fünf Sternen bleibt schwach. Salvinis Schlappe hat sie kaum gestärkt, nur nicht weiter zerlegt.

Die Hoffnung: Der Absturz der Fünf Sterne in ihrer Hochburg im Süden zeigt, dass sich (linker) Populismus selbst entzaubern kann. Das könnte auch für den rechten gelten – leider hat der mit Salvini einen begnadeten Demagogen.

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