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Kommentar zum zweiten TV-Triell

Schlagabtausch ohne Samthandschuhe

Münster 

Zwei Wochen vor der Bundestagswahl 2021 lieferten sich die Kanzlerkandidaten von Union, SPD und Grünen einen verbalen Schlagabtausch bei ARD und ZDF. Im zweiten TV-Triell ging dabei vor allem Armin Laschet in die Offensive. Ein Kommentar.

Von Norbert Tiemann

Kanzlerkandidat Olaf Scholz (SPD, l-r), Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) und Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) reden miteinander im Fernsehstudio (Bildschirmfoto). Foto: WDR/dpa

Schluss mit Schlafwagen und Samthandschuhen. Ob CSU-Parteitag in Nürnberg oder das TV-Triell der Kanzlerkandidaten am Sonntagabend im Fernsehen; der Ton wird schärfer, insbesondere CDU-Mann Laschet greift Olaf Scholz im Wahlkampf jetzt mehrfach direkt an.

Endlich Wahlkampf, endlich Diskussion, Debatte, Streit vor der anstehenden Bundestagswahl am 26. September. Die Strategie „Attacke“ zählt sicherlich nicht zu den Parade-Disziplinen eines Armin Laschet, aber durch desaströse Umfrage-Resultate in die Defensive geraten, bleibt dem eher moderierenden Teamspieler nichts anderes übrig, als endlich auf Angriff umzuschalten. Beim TV-Triell am gestrigen Abend führte dies mehrfach zum offenen Schlagabtausch mit dem SPD-Kandidaten Olaf Scholz.

Scholz kontert sachlich

Für ihn dürfte nun die Zeit wahlkampfmüder Gemütlichkeit ein Ende haben. Sich als natürlicher Merkel-Erbe zu gerieren und dem Wahlvolk überwiegend ein gutes Gefühl zu vermitteln, man werde das Kind schon schaukeln, ohne aber konkrete Antworten auf drängendste Fragen zu geben – das gelang Scholz erneut, indem er die Vorwürfe betont sachlich konterte oder aber mit dem Gegen-Vorwurf der Unwahrheit operierte.


Die parteitagsgeschuldeten Ovationen der CSU tags zuvor mögen Laschet persönlich gutgetan haben. Sie bleiben aber ein Intermezzo, wirken vor der Kulisse der söderschen Dauersticheleien eher wie ein verordneter Ausrutscher. Es läuft weiter nicht gut für die Union.

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