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Kommentar zum Turbo-Abi

Schulpolitik in NRW: Das Rennen ist eröffnet

Eine Binsenweisheit: Keine Regierung kann Schulpolitik an den Interessen der Eltern vorbei durchsetzen. Daran ist unter anderem 2010 die schwarz-gelbe Koalition unter Jürgen Rüttgers gescheitert, weil sie den Wunsch vieler Kommunen nach den später im Schulkonsens beschlossenen Sekundarschulen unterschätzt hatte. 

Hilmar Riemenschneider

Schüler und Erwachsenen demonstrieren vor dem Schulministerium in Düsseldorf. Foto: Horst Ossinger/dpa

Vor einer solchen Hürde steht nun auch die grüne Schulministerin Sylvia Löhrmann beim ungeliebten Turbo-Abitur. Zu lange hat sie auf den politischen Schulfrieden gebaut, die Probleme bei G8 hoffte sie an einem Runden Tisch mit allen Betroffenen unter Kon­trolle zu bekommen.

Indem sie die Probleme mit dem verkürzten Abitur dorthin delegierte, hat Löhrmann es zumindest einige Zeit geschafft, die von der G8-Einführung arg geplagten Gymnasien vor neuer Unruhe von außen zu schützen. Dabei hat sie die innere Unruhe an vielen Schulen verkannt – und damit die Notwendigkeit, G8 beherzter umzubauen. Denn wie brüchig der 2014 erzielte Kompromiss einer G8-Reform war, offenbarte das brüske Ausscheren der Elternvertreter. G8 steht zur Disposition.

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Man darf sich wundern, wie schnell alle Parteien plötzlich Abstand suchen zur einst gelobten Schulzeitverkürzung, um im Wahlkampf bloß nicht als letzte G8-Verteidiger zu erscheinen. Das Rennen ist eröffnet. Ob am Ende auch die beste Lösung steht, ist völlig ungewiss.

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