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Kommentar

Strengere Kontaktregeln: Laschets mutige Forderung

23.648 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden – obwohl sich Deutschland seit fast drei Wochen im Teil-Lockdown befindet, gab es am Freitag einen Rekordwert bei den Neuinfektionen. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet sieht daher die Zeit gekommen, die Corona-Regeln erneut zu verschärfen. Das ist mutig, kommentiert Redaktionsmitglied Mirko Heuping.

Mirko Heuping

Die Schutzmaske alleine reicht nicht – NRW-Ministerpräsident Armin Laschet fordert härtere Kontaktregeln. Foto: Sascha Steinbach

Einen Monat vor Weihnachten drohen erneut schärfere Kontaktregeln. Armin Laschets offensive Forderung ist unpopulär und dürfte auf viel Widerstand treffen. Am Ende könnte sie ihn sogar seine Chancen auf den CDU-Parteivorsitz und eine mögliche Kanzlerkandidatur kosten. Und genau deshalb ist sie ziemlich mutig.

Eines war mit Beginn des Teil-Lockdowns eigentlich klar: Entweder die beschlossenen Maßnahmen sorgen für einen Rückgang der Neuinfektionen, und es kann Ende November wieder gelockert werden, oder es braucht noch schärfere Regeln. Denn ein Halten der Corona-Neuinfektionen auf hohem Niveau oder sogar ein leichter Anstieg der Zahlen überfordern auf Dauer das Gesundheitssystem. Kontaktnachverfolgungen sind zudem nicht mehr zu leisten.

Weil derzeit durch eine veränderte Strategie sogar weniger Menschen getestet werden als im Oktober, ist der Rekordwert bei den täglichen Neuinfektionen drei Wochen nach Beginn des Teil-Lockdowns eine schlechte Nachricht. Weihnachten im größeren Familienkreis zu feiern, wäre unter diesen Voraussetzungen fatal. Laschet blickt dieser unbequemen Wahrheit ins Auge. Das ist ein Zeichen von Führungsstärke.

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