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Scherbenhaufen Brexit

Theresa May hat sich verzockt

London

Und so kommt es, wie es kommen musste. Premierministerin Theresa May streicht eine historische Niederlage ein. Ihr ist anzulasten, dass jetzt die Zeit für einen vernünftigen Ausweg aus dem Schlamassel knapp wird. Ein Kommentar.

Jochen Wittmann

 Ein Anti-Brexit-Demonstrant weint auf dem Parlamentsplatz. Foto: dpa

Zweieinhalb Jahre nach dem ­Brexit-Referendum und 73 Tage, bevor das Vereinigte Königreich aus der Europäischen Union austreten soll, stimmt das britische Unterhaus über den von May verhandelten Austrittsvertrag ab und lehnt ihn ab. Das mit Abstand wichtigste Gesetzesprojekt in Mays Amtszeit ist gescheitert. Sollte in der verbleibenden und täglich kürzer werdenden Frist bis zum 29. März keine anderweitige Lösung gefunden werden, steuert Großbritannien auf den Klippen-Brexit, auf den ungeregelten und daher mit allen möglichen chaotischen Konsequenzen verbundenen Austritt zu.

Das Tragische an der ganzen Sache ist, dass dieser Ausgang ebenso vorhersagbar wie vermeidbar und daher nicht notwendig war. Theresa May muss für diesen Scherbenhaufen die Verantwortung übernehmen.

Und am schlimmsten war wohl, dass sie so viel Zeit verschwendet hat. Nur etwas mehr als 50 Sitzungstage hat das Unterhaus bis zum 29. März jetzt noch – wie soll da ein Ausweg aus dem Schlamassel gefunden werden?

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