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Koalitionsverhandlungen

Tragen die Brücken?

Zwölf Seiten, in denen Deutschlands Zukunft umrissen wird: SPD, FDP und Grüne haben ihre Sondierungen abgeschlossen und strahlen Zuversicht aus, dass es was wird mit ihrer Ampelkoalition. Einen Erfolg können sie schon jetzt für sich verbuchen. Ein Kommentar.

Von Anne Eckrodt

Lars Klingbeil (SPD; l-r), Volker Wissing (FDP), und Michael Kellner (Grüne) haben in den Sondierungsgesprächen an den Grundlagen einer Ampel-Koalition gearbeitet. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Sie wollen den nächsten Schritt miteinander wagen: Trotz einer kurzen und arbeitsintensiven Nacht strahlen die Spitzen von SPD, FDP und Grünen extreme Zuversicht aus, als sie am Freitagmittag verkünden, nun in konkrete Verhandlungen für eine Ampelkoalition einsteigen zu wollen. Und ein bisschen wirken sie dabei, als ob sie selbst etwas überrascht, zumindest aber beeindruckt von dem Ergebnis ihrer Sondierungsgespräche sind.

Dieses Ergebnis, zusammengefasst in einem zwölf­seitigen Papier, macht deutlich, dass alle aufeinander zugegangen, ja mitunter bereits jetzt schmerzhafte Kompromisse eingegangen sind. Dafür ist das eigene Wahlprogramm auch hier und da in den Hintergrund gerückt. Es sei gelungen, in den Sondierungsgesprächen Brücken zu finden, fasste die Co-Vorsitzende der Grünen die Nachtsitzung zusammen. Die nun anstehenden Koalitionsverhandlungen werden zeigen, wie tragfähig diese Brücken sind.

Einen Erfolg dürfen die Verhandlungsführer der drei Parteien dagegen jetzt schon für sich verbuchen: Sie haben es geschafft, einen neuen Stil im politischen Miteinander zu finden. Zumindest bis hierher.

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