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Kommentar: Brückeneinsturz in Genua

Tragödie trifft auch uns

Es ist eine „entsetzliche Tragödie“, sagt Italiens Verkehrsminister Toninelli. Jäh und unvermittelt aus 40 Metern Höhe zu Boden zu stürzen, von riesigen Betonbrocken begraben zu werden: Diese Schreckens­vision vermittelt denselben Horror wie Flugzeugabstürze oder Hochhausbrände. Technik, die fasziniert, solange sie funktioniert, führt plötzlich in die Apokalypse. Dass die Katastrophe von Genua nicht das Produkt ­terroristischer Gewalt ist, vermittelt keinerlei Trost.

Uwe Gebauer

Foto: dpa

Das Unglück hat nicht nur das Leben vieler Menschen in Genua beendet und das ihrer Familien und Freunde verändert. Es trifft auch uns. In den nächsten Monaten werden wir alle mit mulmigen Gefühl über große und kleine Brücken fahren und Erleichterung verspüren, wenn – wie ungezählte Male zuvor – nichts passiert.

Freude über Sicherheit statt Ärger über Stau

Grund genug zu ernsten Befürchtungen haben wir ­allemal. Nur zwölf Prozent der fast 40 000 Brücken in Deutschland sind in gutem oder sehr gutem Zustand. Bei fast ebenso vielen ist der Zustand nicht ausreichend, bei fast 800 ist er ungenügend. Vielleicht ärgern wir uns beim nächsten Stau vor einer Autobahnbaustelle nicht über die Wartezeit, sondern freuen uns, dass endlich etwas für unsere Sicherheit geschieht.

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