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Kommentar

Ukrainischer Außenminister lobt Deutschland vor dem G7-Außenministertreffen

Lange Zeit waren die ukrainischen Spitzenpolitiker nicht gut auf ihre deutschen Amtskollegen zu sprechen. Warum nun nach der Visite von Annalena Baerbock alles anders geworden ist. Und was das G7-Außenministertreffen an der Ostsee bewirken kann.

Von Claudia Kramer-Santel

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock und ihr ukrainischer Amtskollege Dmytro Kuleba Foto: Foto: IMAGO/Florian Gaertner

Wie sich die Zeiten ändern! Nach der Ausladung des Bundespräsidenten und der Abkanzelung des Kanzlers als „beleidigte Leberwurst“ folgt die Kehrtwende der Ukraine. Deren Außenminister lobt Deutschland nun in höchsten Tönen.

Was ist passiert? Die neue Wertschätzung hängt sicher damit zusammen, dass Scholz nach langem Zaudern eine klarere Haltung in puncto Ukraine-Hilfe kommuniziert. Doch die Visite von Annalena Baerbock in der Ukraine hat dem Ganzen die nötige Inbrunst, die moralische Wirkung verliehen. „Zeitenwenden“ kann man nicht einfach verkünden, man muss sie mit Leben füllen. Und die Ukraine möchte sich zudem als reif für die EU präsentieren.

Dafür sind Nähe und Austausch wichtig. Das bislang eher spröde Format des G7-Außenministertreffens an die einladende Ostseeküste zu verlegen, passt zum neuen Geist. Das Berlin der Merkel-Ära wirkte oft kühl und deal-orientiert, Scholz knüpfte daran an. Deutschland sollte sich in der Krise aber als starkes, mitfühlendes Herz des Westens begreifen, bedrängte Nationen sichtbar „umarmen“. Baerbock empfängt bewusst den ukrainischen Amtskollegen. Der neue Ton, der über kleinlich wirkenden diplomatischen Scharmützeln steht, ist überfällig.

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