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Kommentar

Umgang mit Reisen in Risikogebiete: Föderales Flickwerk

Deutschland steht mit Beginn der Herbstferien vor einem Reise-Chaos. Die Länder sind sich angesichts ­steigender Infektionszahlen uneins, wie sie mit inner­deutschen Risikogebieten umgehen sollen. Das führt zu Unsicherheit, kommentiert Redaktionsmitglied Mirko Heuping.

Mirko Heuping

Berlin-Friedrichshain gilt derzeit als Risikogebiet, benachbarte Berliner Bezirke nicht. Foto: Annette Riedl

Wer soll denn da noch durchblicken? Die Folgen für Reisen in und aus deutschen Risikogebieten sind ein föderales Flickwerk. Gerade weil den Bundesbürgern – aus nachvollziehbaren Gründen – von einem Urlaub im Ausland derzeit abgeraten wird, braucht es im Umgang mit deutschen Risikogebieten klare, transparente Regeln, die jeder nachvollziehen kann.

Doch das Gegenteil ist der Fall. Jedes Bundesland experimentiert mit eigenen Konzepten. Besonders absurd: Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz ordnen eine Quarantäne für Rückkehrer aus einzelnen Berliner Bezirken an. Als nähme die Wahrscheinlichkeit für eine Ansteckung von einem Straßenzug zum nächsten ab. Zeitgleich schafft die Berliner Landesregierung jegliche Quarantäneregelungen für Reiserückkehrer aus deutschen Risikogebieten ab. Logisch ist das nicht.

Während bei der Ausgestaltung allgemeiner Corona-Beschränkungen das regionale Infektionsgeschehen berücksichtigt werden sollte, braucht es für den Umgang mit Reisenden in und aus Risikogebieten bundeseinheitliche Regeln. Durch die überall geltenden Grenzwerte gibt es für eine unterschiedliche Handhabe keine Grundlage.

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