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Kommentar: Diskriminierung durch Preisunterschiede

Unbewusste Klischees

Ob  es nun gleich Diskriminierung ist, dass Frauen beim Friseur und in der Reinigung mehr bezahlen müssen als Männer, soll mal dahingestellt bleiben. Da hat jeder Mensch ein anderes Unrechtsempfinden. Was viel perfider ist, sind die Methoden der ­Industrie.

Stefanie Meier

Ob in der Drogerie oder beim Friseur: Frauen zahlen für manche Angebote mehr als Männer für vergleichbare Angebote. Foto: dpa

Denn eigentlich gibt es keinen Grund, haargenau dieselben Rasierklingen mal in eine blaue und mal in eine ­rosa Packung zu stecken.

Warum werden seit ­einigen Jahren Unterschiede beschworen, von denen wir Mitglieder der „Generation Gleichberechtigung“ gedacht hatten, sie seien längst aus der Welt geschafft? Wer bereits als Kind lernt, dass alles, was Mädchen mögen, unbedingt pink eingefärbt sein muss, wird auch als erwachsene Frau vor dem Regal mit den Rasierklingen nicht mehr überlegen, sondern automatisch zu den Klingen in der rosafarbenen Packung greifen.

Wenn die dann teurer ist, hat Frau eben Pech gehabt. Aus diesen jahrelang unbewusst erlangten Klischees auszubrechen, ist gar nicht so einfach. Da hilft nur stete Wachsamkeit. Der Griff zu den „Männer-Rasierklingen“ ist erst der Anfang.

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