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Und was jetzt?

Union, SPD und die GroKo

Der neun Wochen andauernde Prozess des Suchens und Nichtfindens verdient inzwischen nur noch ein Prädikat: erbärmlich. Die Öffentlichkeit weiß zwar nicht, was am späten Donnerstag im Schloss Bellevue besprochen wurde. Doch das von Vorwürfen und Unterstellungen durchtränkte Hin und Her am Tag danach lässt er neut nichts Gutes erahnen.

Wolfgang Kleideiter

Kommt eine weitere große Koalition überhaupt infrage, wenn schon vor dem Start der durchaus denkbaren Sondierungen im Küchen­kabinett das Porzellan fliegt? Wie viel Streit verträgt diese Zweierkonstellation, wenn bei der zarten Anbahnung der Donner laut grollt?

Es dürfte selbst dem mit allen diplomatischen Tugenden ausgestatteten Bundespräsidenten langsam an die Nerven gehen, dass die SPD sich weiterhin verweigert. Die SPD? Schwer zu sagen, denn während aus dem Ruhrgebiet das Nein zur GroKo erschallt und die Jusos bereits Unterschriften gegen ein Bündnis sammeln, raten Genossen des konservativen Seeheimer Kreises zur intensiven Prüfung. Und Martin Schulz steckt derweil an anderer Stelle schon einmal den Rahmen für eine Fortsetzung ab.

Höchst irritierend, dass die Signale so unterschiedlich ausfallen. Die Rückkehr zum konstruktiven Dialog zwischen Union und SPD wäre mehr als wünschenswert. Beide Seiten müssen sich auf diesen Weg begeben.

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