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Ja zur Impfpflicht in einigen Berufen

Verantwortung tragen

Wolfram Henn vom Deutschen Ethikrat forderte: „Wir brauchen eine Impfpflicht für das Personal in Kitas und Schulen.“ Die Bundesregierung lehnt das ab. Dabei hat der Ethiker durchaus gute Argumente auf seiner Seite. Ein Kommentar.

Von Martin Ellerich

Der Humangenetiker Wolfram Henn, Mitglied im Deutschen Ethikrat, eine Corona-Impfpflicht für alle Beschäftigten in Schulen und Kitas gefordert. Foto: dpa

Eine allgemeine Impfpflicht gegen das Coronavirus hat die Regierung bislang klar abgelehnt. Sie darf dieses Versprechen nicht brechen, obwohl man zweifeln darf, ob es an­gemessen war. Denn: Es ist zwar die persönliche Entscheidung eines jeden Menschen, ob er sich impfen lässt. Nur gibt es auch die ethisch-moralische Verpflichtung, andere Menschen zu schützen – insbesondere jene, die sich selbst (noch) nicht durch die Impfung schützen können. Es geht darum, ein kleineres persönliches Risiko zu tragen, um die Mitmenschen und die Gemeinschaft insgesamt vor dem großen Risiko der Epidemie zu schützen.

Wer sich nicht impfen lässt, kann die Folgen dieser Entscheidung zudem nicht anderen aufbürden. Der ­Ungeimpfte kann dann eben (ungetestet) an manchen Reisen, manchen Veranstaltungen nicht teilnehmen. Das hat mit einer „Impfpflicht durch die Hintertür“ nichts zu tun, es ist die Konsequenz der eigenen Entscheidung.

Und: Analog zur Masern-Impfpflicht in Kitas sollte es eine Corona-Impfpflicht in einigen Berufen geben – etwa für Lehrerinnen und Lehrer. Das gilt so lange, wie es für Kinder kein zugelassenes Vakzin gibt. Für Pflegekräfte, die mit kranken und gebrechlichen Menschen zu tun haben, sollte der Piks ohnehin selbstverständlich sein.

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