Kommentar: Mit Sinn und Verstand

Verhaltensregeln in Zeiten von Corona

Mulmiges Gefühl beim Einkauf im Supermarkt, Beklemmung auf dem Radweg, wenn ein schnaufender Jogger vorbeitrabt. Wir alle kennen die in diesen Corona-Tagen in uns schlummernden Emotionen, die sich aus Furcht um unsere Gesundheit, aus Angst vor der beruflichen Zukunft oder aus Aggression gegenüber als rücksichtslos empfundenen Zeitgenossen speisen.

Johannes Loy

Mitarbeiter des Ordnungsamts kontrollieren in einem Park die Einhaltung der Schutzmaßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus. Derzeit herrschen bestimmte Ausgangsbeschränkungen, welche eine schnelle Ausbreitung des Virus bremsen sollen. Foto: Marius Becker/dpa

Auch wenn gerade die Sonne scheint und uns eine heile Welt vorgaukelt, wissen wir, dass es Monate dauern wird, bis wieder Normalität herrscht. Der Staat stellt in der Krise Regeln auf, die vom Grundsatz her richtig sind und zugleich tief in unsere Freiheit eingreifen. Zugleich endet aber unsere Freiheit auch dort, wo die Freiheit des anderen bedroht ist. Das sollte jeder verstehen.

Ob es darüber hinaus zielführend ist, permanent mit Bußgeld zu drohen, kleine Zufallsgrüppchen mit dem Finger abzuzählen oder Abstände zwischen zwei Personen zu messen, erscheint fraglich. Der Großteil der Bürger verhält sich korrekt. Die Menschen wissen, was der Verstand rät und was Vorsicht und Rücksicht gebieten. Das Vertrauen in die Einsicht der Menschen sollte also größer sein als Kontrollwahn und Gängelei.

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