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Kommentar zum Schalke-Desaster

Viel zu lange zugesehen

Gelsenkirchen/Mün...

Der FC Schalke 04 hat in seiner anhaltenden Talfahrt in Richtung 2. Bundesliga zum Rundumschlag ausgeholt. „Unumgänglich“, findet unser Autor. Ein Kommentar zur (sportlichen) Dauermisere der Königsblauen.

Jürgen Beckgerd

Das Logo des FC Schalke 04 dreht sich der Geschäftsstelle des FC Schalke 04. Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 trennt sich unter anderem von Cheftrainer Gross und Sportvorstand Schneider. Foto: dpa/Guido Kirchner

Dieser radikale Umbau der sportlichen Leitung ist für den FC Schalke 04 unumgänglich. Mit der Entlassung von fünf Entscheidungsträgern hat der Aufsichtsrat endlich gehandelt. Viel zu lange behielt sich das Kontrollgremium des abstiegsbedrohten Traditionsclubs vor, entscheidende Korrekturen vorzunehmen. Seit Januar 2019 dauert die sportliche Misere mit fast beispiellosen Niederlagenserien nun schon an. Passiert ist – außer grundlegenden Fehlern – bis Sonntag nichts Richtiges.

Vier Trainer in 19 Monaten

Vier Trainer sind in 19 Monaten verschlissen worden, die Finanzlage ist desaströs. 240 Millionen Euro Verbindlichkeiten, eine Mannschaft, die den Beweis der Erstligatauglichkeit seit nahezu 24 Monaten schuldig bleibt, und ein Sportvorstand, der sich von einer Verlegenheit in die nächste flüchtete, aber Probleme nicht löste: Das Handeln des unsicheren Aufsichtsrates (bestehend aus Wirtschaftswissenschaftlern, einem Juristen, einem Banker, einem ehemaligen Staatssekretär, einem Mediziner und einem Zollbeamten, aber seit Huub Stevens Austritt keinem Fußballer) ist überfällig.

Kommt er rechtzeitig? Der zukünftige Weg, und sei er mit einem Abstieg verbunden, muss fundiert organisiert werden. Auf allen Ebenen. Ein „Weiter so!“ wäre fatal gewesen. Durchhalteparolen kennt man auf Schalke viel zu lange.

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