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Kommentar zum Urteil im Wehrhahn-Prozess

Viele Fragen bleiben offen

Es ist schlichtweg traurig, dass der fürchterliche Anschlag vom S-Bahnhof Wehrhahn auch 18 Jahre später nicht aufgeklärt werden kann. Die Tat bleibt nach dem „Freispruch“-Urteil ungesühnt, die Opfer erfahren nicht, wer dafür verantwortlich ist.

Claudia Kramer-Santel

Eine Pappe mit Aufschrift erinnert am S-Bahnhof Wehrhahn an den Anschlag. Bei dem Anschlag waren vor 18 Jahren, am 27. Juli 2000, zehn überwiegend jüdische Zuwanderer aus einer zwölfköpfigen Gruppe verletzt worden, einige von ihnen lebensgefährlich. Ein ungeborenes Baby starb im Mutterleib - getroffen von einem Metallsplitter. Foto: dpa

Das ist für sie schmerzhaft – vielleicht auch unverständlich. Dass so viele Fragen weiter offen sind, hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack. Schon deshalb muss alles getan werden, um den Fall doch noch aufzuklären.

Wer aber aus dem Freispruch automatisch folgert, das Gericht sei auf dem rechten Auge blind, macht es sich zu einfach: Es hat den Fall umfassend geprüft. Es ist zum Ergebnis gekommen, dass die Beweislage zu dünn ist. Es hat sich dieses Urteil sicher nicht leicht gemacht. Und so gilt auch in diesem Fall: „in dubio pro reo“ – im Zweifel für den Angeklagten.

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