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Kommentar

Ein Jahr Brexit: Johnsons Vogel-Strauß-Politik

Münster

  Großbritannien ist raus aus der Europäischen Union, der Brexit ist – fast – vollendet. Doch einige Baustellen sind noch nicht erledigt. Entscheidende Fragen sind noch offen offen. Und die britische Regierung macht das, was sie am besten kann: Probleme ignorieren oder schönreden. 

Von Dorle Neumann

Mehr als sechs von zehn Briten haben den Brexit in einer aktuellen Umfrage als negativ oder schlechter als erwartet bewertet. Foto: Yui Mok/PA Wire/dpa

Einer der wirklich erschütternden Aspekte des Brexits ist, dass es immer noch Millionen von Briten und Britinnen gibt, die der Meinung sind, der EU-Austritt habe ihrem Land große Vorteile gebracht. Die hinter einem Premier stehen, der sich den Weg an die Macht mit Unwahrheiten und Propaganda freigemacht hat. Und der sich nun beharrlich weigert, die Tatsachen offen auf den Tisch zu legen, die Probleme anzusprechen und zu lösen.

Seine Vogel-Strauß-Politik wird das Land nicht zu neuem Glanz und Ruhm führen, wie er es vollmundig versprochen hat. Der Handel ächzt und stöhnt, auf der irischen Insel flammen alte Feindschaften auf, das Gesundheitssystem bricht zusammen, weil nun auch nicht mehr EU-Mediziner oder Pflegekräfte mal eben aushelfen, die Versorgungslage bleibt angespannt und die Landwirte warten bis heute auf die versprochenen Millionenhilfen.

Boris Johnson hatte überhaupt keinen Plan, wie er die Lücken durch den Brexit stopfen wollte. Und dabei ist es geblieben. Er träumte von einem „Global Britain“ – für seine Landsleute hat sich der Brexit zum Albtraum entwickelt.

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