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Kommentar zum Friedensnobelpreis

Vorzügliche Wahl

UN-Organisationen haben es in Zeiten eines US-Präsidenten Trump nicht leicht. Als umso wichtiger betrachtet es das norwegische Nobelkomitee, eine solche Einrichtung mit dem wichtigsten politischen Preis der Erde zu ehren.

Johannes Loy

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) erhält den diesjährigen Friedensnobelpreis. Foto: Rick D Elia via www.imago-images.de

Der Hunger in vielen Gebieten der Erde ist nicht immer und automatisch eine Folge von ­Klimawandel, regionaler Dürre und Ernteausfällen. Immer noch gilt es als eine der ältesten Waffen der Welt, Menschen in Kriegen und Konflikten von der Versorgung abzuschneiden und auszuhungern.

Hunger kennt viele Ursachen, und die größte, zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit ist die ungleiche Verteilung der Güter auf dieser Welt. Eine Minderheit der Menschheit vergeudet und verprasst Ressourcen, und eine große Mehrheit lebt unterhalb des Existenzminimums. Der Friedensnobelpreis richtet den Blick auf das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen und den selbstlosen Einsatz ihrer Mitarbeiter, der gerade in Pandemie-Zeiten wichtiger ist als je zuvor.

Der Preis für die Organisation stärkt nicht nur deren akuten und strukturell-nachhaltigen Einsatz im Dienst am Nächsten. Er sendet ein wichtiges Signal an jene Potentaten, die sich auf nationale Egoismen zurück­ziehen und Multilateralismus sowie internationale Solidarität als Schwäche ansehen. UN-Organisationen haben es gerade in Zeiten eines US-Präsidenten Trump schwer. Das Nobelpreiskomitee hat folglich mit diesem Preis zugleich ein starkes politisches Signal gesetzt.

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