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Die Pandemie im Parlament

Warten auf den Beweis

Die Kritik an Teilen des Teil-Lockdowns ist sicherlich berechtigt, der Eingriff in die Freiheitsrechte eklatant. Es nutzt aber nichts, das zu beklagen, wenn doch gerade das Freiheitsverständnis vieler Einzelner dazu führt, Gesundheit und Leben anderer damit vorsätzlich aufs Spiel zu setzen. Ein Kommentar.

Norbert Tiemann

Ein Teil-Lockdown soll die immer größere zweite Corona-Welle brechen, so haben es Bund und Länder beschlossen. Die Kanzlerin verteidigt die harten Eingriffe. Von der Opposition und aus der Wirtschaft kam teils scharfe Kritik. Foto: Kay Nietfeld

Pandemie-Debatte im Parlament. Emotional, leidenschaftlich, lautstark; parlamentarisch eben. Ob der – verfassungsrechtlich zweifelsfrei gebotene – verbale Schlagabtausch der Volksvertreter Verbindlichkeit und Akzeptanz der Corona-Restriktionen im Volk zu steigern vermag? Wohl kaum. FDP und AfD nutzen diese Bühne, weil sie in Ermangelung von Ministerpräsidenten-Ämtern nicht Teil des Kanzler-Krisen-Kabinetts und daher in ihrer gesamten Wahrnehmung ins Hintertreffen geraten sind.

Die Kritik an Teilen des Teil-Lockdowns ist sicherlich berechtigt, der Eingriff in die Freiheitsrechte eklatant. Es nutzt aber nichts, das zu beklagen, wenn doch gerade das Freiheitsverständnis vieler Einzelner dazu führt, Gesundheit und Leben anderer damit vorsätzlich aufs Spiel zu setzen. Schöne Grüße an die Masken-Verweigerer! Freiheit ohne Verantwortung – die gibt es nicht.

Blinder oder gar lustvoller Aktionismus ist den Entscheidungsträgern nicht vorzuwerfen; in den Nachbarländern ist die Pandemie-Bekämpfung von ganz anderem Kaliber. Allerdings: Erst signifikant sinkende Infektionszahlen gegen Ende November vermögen den Beweis für die Richtigkeit des deutschen Weges zu liefern.

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