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Kommentar

Umstrittene Corona-Lockerungen in Kraft: Warum gerade jetzt?

Es war richtig, vor Wochen den Weg der Lockerungen einzuschlagen. Aber der Inzidenz-Anstieg auf Rekordhöhe, die Personalausfälle in Kliniken und die weiter zu hohe Zahl an Todesfällen in Zusammenhang mit Corona werfen zu Recht die Frage auf: Warum gerade jetzt noch einen Schritt weitergehen? Ein Kommentar.

Von Stefan Biestmann

Mit dem beschlossenen neuen Infektionsschutzgesetz fallen die meisten Corona-Maßnahmen weg. Es gelten aber in allen Ländern noch Übergangsfristen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Im Alltag wird man es kaum bemerkt haben, dass seit Sonntag das neue Infektionsschutzgesetz gilt. Schließlich gibt es in allen Ländern noch Übergangsfristen. Aber die beschlossenen Lockerungen mit dem Wegfall der meisten Corona-Regeln sind eine ähnliche Zäsur wie der erste Lockdown an diesem Dienstag vor zwei Jahren – nur mit anderen Vorzeichen. Leider passt diesmal das Timing nicht.

Dabei war es richtig, vor Wochen den Weg der Lockerungen einzuschlagen. Denn zum Glück ist die Lage in den Kliniken viel entspannter als im Herbst. Aber der Inzidenz-Anstieg auf Rekordhöhe, die Personalausfälle in Kliniken und die weiter zu hohe Zahl an Todesfällen in Zusammenhang mit Corona werfen zu Recht die Frage auf: Warum gerade jetzt noch einen Schritt weitergehen?

Die Bundesregierung hätte zudem auf ihren Expertenrat hören sollen, der auf die Bedeutung der Maskenpflicht in Innenräumen wie in Supermärkten hinweist. Dort, wo die Maskenpflicht künftig entfällt, setzt die Koalition auf Eigenverantwortung. Das kann auch schiefgehen. Hinzu kommt: Das Hickhack bei der Ministerpräsidenten-Konferenz hat das Vertrauen der Bürger in den Corona-Kurs der Regierung alles andere als gestärkt.

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