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Kommentar

Endlich hat der Souverän das Wort

Ein wochenlanger harter Wahlkampf liegt hinter den Parteien. Der Ausgang der Bundestagswahl am Sonntag ist allen Prognosen zum Trotz höchst unsicher. Ein Kommentar unseres Redaktionsmitgliedes Norbert Tiemann.

Von Norbert Tiemann

Ein Wähler wirft seinen Stimmzettel in die Wahlurne: Die Bundestagswahl am Sonntag dürfte in einem Wimpernschlag-Finale enden. Foto: Foto: dpa

Der Wahlkampf-Worte sind genug gewechselt, nun hat der Souverän das Wort. Nach Wochen vollmundiger Versprechungen, fadenscheiniger Ausreden, mitunter inhaltsleerer Phrasen und koalitionspolitischer Kaffeesatzleserei sind endlich die Wählerinnen und Wähler am Zug. Und im Unterschied zu früheren Urnengängen ist der Ausgang so ungewiss wie selten. Hochspannung pur.

Ein Kreuz mit den Kreuzchen? Gewiss für alle, die gern kalkuliert taktisch wählen und ihre zwei Stimmen aufteilen in der Hoffnung, damit ihrer Wunsch-Koalition den Weg in die Regierung zu ebnen. Ein Zweier-Bündnis nämlich ist so gut wie ausgeschlossen, an Dreier-Bündnissen mathematisch aber fast alles möglich; ein buntes, in mehrfacher Hinsicht unübersichtliches Farbenspiel.

Diese Wahl, die in einem Wimpernschlag-Finale zwischen Scholz und Laschet entschieden werden könnte, muss den Sieger auch nicht zwangsläufig ins Kanzleramt tragen. Am Ende nämlich dürfte Christian Lindners FDP die Rolle des Kanzlermachers zufallen.

Der Sonntag dürfte auch zu einem Lackmustest für die Demoskopen werden, die das Wahlvolk im Vorfeld mit einer Flut von Umfragen geradezu überschüttet haben. Die Qualität ihrer Arbeit wird sich am Wahlergebnis messen lassen müssen.

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