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Kommentar zur Zinspolitik der EZB

Zu schwaches Signal

Die Wende ist eingeleitet: Nach Monaten beschwörender Appelle zahlreicher Volkswirte aus allen Teilen Europas hat sich die Europäische Zentralbank endlich dazu durchgerungen, einen Schritt Richtung Zinserhöhung zu gehen.

Von Jürgen Stilling

Die Geldpolitik für die Eurozone wird im EZB-Turm in Frankfurt gemacht. Foto: Frank Rumpenhorst

Das Ende des Anleiheaufkaufs und die Ankündigung kleiner Zinsanhebungen im Juli und September sind ein wertvolles Signal, dass die Währungshüter endlich den Kampf gegen die extreme Inflation aufnehmen wollen.

Doch das Zeichen ist nicht deutlich genug, um den massiven Preisauftrieb zu bremsen. Die EZB fürchtet nach wie vor, dass ein zu starker Zinsauftrieb die Schuldenstaaten am Mittelmeer ins arge Nöte bringen könnten. Doch das Hauptziel von Christine Lagarde und ihren Mitstreitern muss die Geldwertstabilität sein.

Für die Verbraucher ist das Signal aber eindeutig: Die Zeiten spottbilliger Bauzinsen sind endgültig vorbei. Schon jetzt hat sich der Kredit fürs Eigenheim deutlich verteuert. Doch auch für die Sparer bedeutet der Beschluss von Amsterdam, dass zumindest die Zeiten negativer Sparzinsen zu Ende gehen. In einigen Monaten dürfte sogar manche Bank auf Tagesgeldkonten wieder Zinsen auszahlen, um das knappere Geld anzulocken.

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