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Neue Hamsterkäufe wegen Corona

Zu viele Emotionen

Hamstern greift wieder um sich. Auch in der zweiten Corona-Welle hat der Run auf Toilettenpapier wieder eingesetzt. Ist solch ein Verhalten sinnvoll? Ein Kommentar. 

Jürgen Stilling

Es geht wieder los: Deutschlands Verbraucher decken sich angesichts steigender Corona-Infektionen amtlichen Zahlen zufolge wieder zunehmend mit Hygieneartikeln und bestimmten Lebensmitteln ein. Foto: Daniel Karmann

Es ist der alte Kampf zwischen Emotionen und Vernunft. In ­Zeiten der Corona-Pandemie scheint der Verstand bei vielen Menschen das Nachsehen zu haben und ein diffuse Angst sich Bahn zu ­brechen. Doch welchen Sinn soll es haben, sich mit Bergen von Toilettenpapier oder Mehl auf eventuelle Ausgangsbeschränkungen vorzubereiten?

Selbst wenn die Pandemie hierzulande wider allen ­Erwartungen katastrophale Ausmaße annehmen sollte, denkt niemand daran, Lebensmittelläden zu schließen. Die Einzelhändler in dieser Branche haben die ureigene Funktion, Waren des täglichen Bedarfs zu bevorraten, um sie in kleinen Mengen an ihre Kunden zu verkaufen.

Aktuell scheint allerdings bei manchen Menschen nicht nur das Bauchgefühl das Leben zu prägen. Auch die Lernfähigkeit ist offenbar eingeschränkt: Während der ersten Infektionswelle im Frühjahr hat niemand unter einem Mangel an Toilettenpapier gelitten. Also müsste klar sein: Die Angst vor Corona ist das Problem, und die lässt sich nur mit Vertrauen in die erfolgreichen Maßnahmen der deutschen Politik zur Eindämmung des Virus überwinden – und nicht mit Hamstern.

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