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Kommentar: Nato baut Verteidigung im Weltall aus

Zurück in die Zukunft

Die Pläne für ein Space-Center in Ramstein sind für die Nato ein Befreiungsschlag zur rechten Zeit. Das Verteidigungsbündnis steht zudem in der Pflicht, Angriffe auf Satelliten zu verhindern. Denn die Satelliten spielen nicht nur bei Einsätzen in Krisengebieten eine wichtige Rolle. Ein Kommentar.

Stefan Biestmann

Eine US-Militärmaschine startet von der US-Airbase Ramstein. Die Nato will in Ramstein ein „Space Center“ aufbauen». Foto: Sebastian Kramer/dpa

In den zurückliegenden zwölf Monaten bekam man den Eindruck, die Nato sei angezählt. Selbst der französische Präsident Macron bescheinigte dem Bündnis den „Hirntod“. Klar ist, dass sich die USA zunehmend zurückziehen und als unzuverlässiger erweisen. Ein Beispiel: der unabgestimmte Teilabzug der US-Truppen aus Deutschland.Deshalb ist die Ankündigung der Nato, ein Space-Center in Ramstein aufzubauen, ein Befreiungsschlag zur rechten Zeit.

Zurück in die Zukunft: Die Pläne sind ein klares ­Bekenntnis zum Bündnis und eine passende ­Reaktion auf künftig weiter steigende Gefahren im All. Satelliten spielen eine immer größere Rolle – für Navigationssysteme, aber auch für die Kommunikation während Militäreinsätzen. Angriffe auf Satelliten können die Verteidigung entscheidend schwächen. Deswegen steht die Nato sogar in der Pflicht, die Weltraumüberwachung auszubauen – auch im Sinne der Soldaten in gefähr­lichen Missionen. Zudem haben Staaten wie China und Russland ihre Fähigkeiten im All bereits stark erweitert.

Es ist gut, dass auch Deutschland im September ein eigenes Weltraumoperationszentrum errichtet hat. Doch spektakuläre Projekte reichen nicht. Deutschland muss seine zunehmend wichtigere Rolle in der Nato annehmen, vorangehen und die Zusage einhalten, zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben.

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