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Kommentar

Zwei Gerichtsurteile zum Dieselskandal: Wenig hilfreich

Sicher richtig in der Sache, aber für die meisten Betroffenen viel zu spät: Was der Europäische Gerichtshof am Donnerstag urteilte, überrascht niemanden mehr. Ein Kommentar.

Uwe Gebauer

Foto: dpa (Symbolbild)

Natürlich waren die Abschalteinrichtungen, die nicht nur VW in Diesel-Pkw einbaute, illegal und eine arglistige Täuschung. Bezeichnend die Reaktion aus dem deutschen Verkehrsministerium: Ja, die Anlagen seien widerrechtlich eingesetzt worden. Und nein, für den Käufer ändere das nichts.

Das werden im Einzelnen die nationalen Gerichte klären müssen.Die Luxemburger Richter lieferten nicht viel mehr als eine simple Tatsachenentscheidung. Ob ihrUrteil den betrogenen Kunden in Frankreich, Deutschland und anderswo noch hilft, bleibt abzuwarten. ­Milliardenschwere Entschädigungen und die größte Rückrufwelle aller Zeiten, wie es optimistische Anwälte prophezeien, sind noch längst keine ausgemachte Sache.

Das zweite Urteil von Donnerstag ernüchtert viele ohnehin enttäuschte Diesel-Käufer: Nach der BGH-Entscheidung greift die Verjährungsfrist für die Käufer der Skandal­modelle von 2015. Wer erst 2019 oder später geklagt hat,wird leer ausgehen. Da hat VW großes Glück gehabt.Und die betrogene Kundschaft schaut in die Röhre.

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