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Spätstart der Booster-Kampagne

Längst überfällig

Die Zahl der Booster-Impfungen ist bundesweit stark gestiegen – im Münsterland in der vergangenen Woche sogar um 81 Prozent. Das gibt Anlass zur Hoffnung. Trotzdem ist das kein Grund, auf den längst überfälligen Spätstart stolz zu sein. Ein Kommentar.

Von Stefan Biestmann

Bis Dienstag haben weniger als acht Prozent der Deutschen eine Booster-Impfung erhalten. Foto: Matthias Bein

Endlich kommt die Booster-Kampagne auch in Deutschland ins Rollen: Das belegen nicht nur die Warteschlangen vor den Impfstellen und der Ansturm auf Termine in den Arztpraxen. In NRW schoss die Zahl der Auffrischimpfungen in der vergangenen Woche um 52 Prozent nach oben, im Münsterland sogar um satte 81 Prozent. Das gibt Anlass zur Hoffnung. Trotzdem ist es kein Grund, auf den längst überfälligen Spätstart stolz zu sein.

Man hätte nur nach Israel blicken müssen, um zu sehen, wie vorausschauendes Planen geht. Dort startete man schon im Juli mit dem Boostern, mittlerweile hat dort fast jeder Zweite eine Auffrischimpfung erhalten. In Deutschland waren es bis Dienstag nicht einmal acht Prozent – das ist ein Armutszeugnis und hat fatale Folgen.

Warum hat man nicht schon im Spätsommer in großem Stil losgelegt, als die Freigabe der ersten Auffrischimpfungen erfolgte? Warum hat die Politik verschlafen, auf Bewährtes zurückzugreifen – wie das persönliche Einladesystem? Trotz einer langen Fehlerkette muss der Blick nach vorne gehen. Es gibt viele gute Ansätze: Kommunen schaffen weitere Impfstellen und Impfbusse, Arztpraxen bieten Impf-Samstage an. Alle müssen jetzt daran mitwirken, das Booster-Tempo weiter zu steigern.

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