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Demo für mehr Akzeptanz geschlechtlicher Vielfalt

10.000 Menschen ziehen beim CSD durch Münster

Münster

Riesenandrang beim Christopher Street Day in Münster: Die Veranstalter hatten mit etwa 3000 Teilnehmern gerechnet – am Samstag zogen jedoch nach Angaben der Polizei bis zu 10.000 Menschen durch Münsters City.

In der Spitze nahmen 10.000 Menschen beim CSD Münster 2022 teil, wie die Polizei mitteilte. Foto: Pjer Biederstädt

Mit 3000 Menschen hatten die Organisatoren des Vereins CSD Münster im Vorfeld gerechnet, tatsächlich kamen am Samstag mehr als drei Mal so viele nach Münster. Angaben der Polizei zufolge zogen in der Spitze 10 000 queere Menschen durch die Stadt, um für mehr Gleichberechtigung und Akzeptanz geschlechtlicher Vielfalt zu demonstrieren.

Das Meer aus Menschen mit bunten Fahnen, aus dem nur die Skulptur-Kugeln am Aasee herausragten, ließ schon vor dem Start erahnen, dass die Veranstaltung größer sein würde als angenommen.

Von weit her angereist

Darunter waren Menschen jeden Alters, die sehr jungen waren dabei in der Überzahl. Aus Dortmund, Köln und Wuppertal, aber auch aus Bremen, Hamburg und den Niederlanden waren sie angereist.

Um kurz nach 14 Uhr setzte sich der Tross in Bewegung, angeführt von der schillernd bunt herausgeputzten Dragqueen Tatjana Taft. Vorbei am Wochenmarkt am Domplatz und über den Prinzipalmarkt zog die Demo Richtung Stubengasse. Dort war eine Zwischenkundgebung geplant, doch diese wurde kurzerhand abgesagt – der Platz war schlichtweg zu klein.

Nicht nur Party, sondern politische Demo

Also ging es direkt weiter zum Zielpunkt am Hafenplatz. Um kurz nach 16 Uhr begann dort das Ständefest, auf dem sich Organisationen und Vereine der queeren Community vorstellten. Das Bühnenprogramm eröffnete Jens Brüggemann vom Vorstand des CSD-Vereins, der den CSD in Münster seit 2010 organisiert.

Schwer verletzt nach Zwischenfall

Brüggemann betonte, dass der CSD keine reine Party sei, sondern eine politische Demonstration für mehr Akzeptanz und Gleichberechtigung, die ins Grundgesetz geschrieben gehöre.

Bürgermeisterin Angela Stähler betonte in einem Grußwort, dass Münster sehr vielfältig sei, aber immer daran arbeiten könne, noch offener zu werden. Regelrecht belagert wurde währenddessen Tatjana Taft, die sich vor Selfie-Anfragen kaum retten konnte. Sie sei seit Jahren bundesweit auf CSD-Demos, zum ersten Mal in Münster.

Vergleichsweise friedlich gehe es hier zu, in Bayern und Sachsen sei sie bei CSD-Paraden schon übel angefeindet worden. Recht hat sie, die Veranstaltung lief ausgelassen und ohne Zwischenfälle ab. Bis am Rande des Ständesfestes, noch vor der Abschlussparty im Jovel, ein Demo-Teilnehmer von einem bislang unbekannten Täter aus bislang unbekannten Gründen geschlagen und so schwer verletzt wurde, dass er ins Krankenhaus musste (siehe Infokasten). Der Zwischenfall überschattete den sonst friedlichen CSD.

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