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„Keinen Meter“-Bündnis warnt vor gefährlichen Botschaften

1200 Impfskeptiker bei „Montagsspaziergang“ in Münster

Münster

Auch in Münster gibt es Montagsspaziergänge von Kritikern der Corona-Maßnahmen. Die Zahl der Teilnehmer wächst, ein in der Stadt bekanntes Bündnis macht dagegen mobil.

Von Björn Meyer

Schon bis in den September hinein gab es in Münster Montagsspaziergänge, zumeist nur mit einer Handvoll Teilnehmer. Am Montagabend sollen es 1200 gewesen sein. Foto: Oliver Werner

„Wir stehen auf gegen die Impfpflicht“ – mit diesem Satz ruft eine Initiative mit dem Namen „Gemeinsam für Grundrechte“ seit dem 29. November zu sogenannten Montagsspaziergängen vom Domplatz aus auf.

Ratsherr Richard Mol, bei dem gerade das Wiederaufnahmeverfahren in die AfD läuft, hatte schon Anfang Dezember in sozialen Medien für die Spaziergänge geworben. Auch in einem stadt­bekannten Anzeigenblättchen wurde für die Veranstaltung geworben. Auf rund 1200 Teilnehmer schätzte die Polizei die Demonstration am Montagabend, die zu Straßensperrungen in der Innenstadt führte.

150 Gegendemonstranten

Den Gegnern der Impfpflicht boten im Abenddunkel etwa 150 Gegendemonstranten vom Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ vor dem Rathaus die Stirn. Sharon Fehr, Vorsteher der Jüdischen Gemeinde Münster, ist dort einer der Gastredner. Er warnt vor dem geistigen „Gift“ und dem „Antisemitismus“ der „Schwurbler“.

Sharon Fehr warnte auf einer Gegendemo vor den Fake News der Impfskeptiker. Foto: Oliver Werner

Großes Polizeiaufgebot in Münster

Anders als in den vergangenen Tagen und in anderen Städten beobachtet, verliefen die Spaziergänge der Skeptiker der Corona-Maßnahmen in Münster laut Polizei bislang friedlich. Bei der ersten Veranstaltung sollen es über 100 Teilnehmer gewesen sein, für den zweiten Termin gibt die Polizei die Zahl mit rund 300 an.

Am Montagabend brachen handgezählt rund 450 Menschen in Münster vom Domplatz auf. Die Polizei teilte später mit, es hätten sich weitere Menschen angeschlossen. Sie bezifferte die Zahl der Teilnehmer am Ende auf vierstellig. Auffallend groß war auch das Polizeiaufgebot in der Stadt.

„Keine Provokation“

An den Gegendemonstranten wolle man nicht direkt vorbeiziehen, erklärte Peter Balint. Weil man erstens auf Information und nicht auf Provokation setze und zweitens möglichst die Bereiche, in denen Maskenpflicht bestehe, meiden wolle. „Denn wir glauben, dass die Masken nichts bringen“, sagt Balint.

Peter Balint

Der ehemalige Lehrer eines münsterischen Gymnasiums ist von Beginn an bei „Gemeinsam für Grundrechte“ aktiv. Am Montag gesundheitlich verhindert, legte er der Redaktion im Vorfeld des sogenannten Spaziergangs dar, worin die von ihm beschriebene Information unter anderem besteht.

„Ich gehe davon aus, dass die Impfung nichts bringt“, sagte Balint und schob als Einschränkung hinterher, dass sich bei denjenigen, die durch die mediale Berichterstattung viel Angst vor einer Corona-Infektion entwickelt hätten, immerhin ein „Gefühl von Erleichterung“ einstelle. Die von ihm selbst reproduzierte Unterstellung, Bill Gates wolle durch die Impfungen die Weltbevölkerung vermindern, kommentierte er auf Nachfrage mit den Worten: „Ich weiß das nicht, aber es klingt nicht unglaubwürdig.“

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