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Demonstration am Internationalen Weltfrauentag

1400 Stimmen für gleiche Rechte

Münster

Aufstehen für Frauenrechte: In Münster haben 1400 Menschen anlässlich des Internationalen Frauentages demonstriert. Und klare Vorstellungen formuliert über das, was sich ihrer Meinung nach ändern muss.

Von Pjer Biederstädt

Um 17 Uhr am Dienstag war der Stubengassenplatz mit 1400 Menschen gefüllt, die für mehr Gleichberechtigung und die Überwindung patriarchaler Strukturen auf die Straße gingen. Die Demonstration war eine Veranstaltung von vielen anlässlich des Internationalen Frauentags. Viele der Teilnehmenden machten mit selbstgebastelten Schildern auf ihre Anliegen aufmerksam. Foto: Pjer Biederstädt

„Überlastet, ungesehen, un(ter)bezahlt“ – unter diesem Motto sind am Dienstag anlässlich des Internationalen Frauentages laut Polizei 1400 Menschen auf die Straße gegangen.

„Ich bin heute hier, weil noch immer keine Gleichberechtigung herrscht“, sagt Jasmin Bäumker zu Beginn der Demonstration auf dem Stubengassenplatz. Sie arbeitet in einem Frauenhaus in Münster und erinnert daran, dass es ein Privileg sei, hierzulande dafür auf die Straße gehen zu können. Andernorts sei das anders. „Aber auch in Deutschland sind Frauen, Lesben, inter, nichtbinäre, trans und agender Personen massiv von Gewalt betroffen“, sagt sie.

Das Frauenhaus ist eine von zwölf Gruppen, die zu der Demonstration aufgerufen haben. Der Protestmarsch zieht gegen 17 Uhr los Richtung Ludgerikreisel, wo zusammen mit dem Integrationsrat ein Flashmob in Form eines südamerikanischen Tanzes stattfindet. Von dort geht es weiter durch die Stadt über die Wolbecker Straße zum Hafenplatz.

Klare Forderungen

Die Forderungen werden in zahlreichen Redebeiträgen deutlich: Ausgeglichenheit bei der Sorgearbeit zwischen den Geschlechtern, höhere Löhne für bezahlte Sorgearbeit, Ende patriarchaler und rassistischer Gewalt, mehr gegenseitige Fürsorge und Anerkennung und ein selbstbestimmtes und sicheres Leben in einer solidarischen Gesellschaft.

„Noch immer erfahren wir Gewalt und Übergriffe, ob in der Öffentlichkeit oder zu Hause. Noch immer werden wir belächelt und nicht ernstgenommen. Noch immer sind wir es, die den Großteil der Sorge-, Haus- und Pflegearbeiten übernehmen – und das unter prekärsten Bedingungen“, sagte eine Sprecherin des Bündnisses „Frauen*Streik“.

Solidarität mit der Ukraine

Eine Unterstützerin der Gruppe „Cat Calls Of Münster“, die verbale sexuelle Belästigung (Catcalling) anprangert, ist unter anderem auf der Demo, um auf die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen für die gleiche Arbeit aufmerksam zu machen, wie sie im Gespräch mit unserer Zeitung erzählt. Frauen verdienen zurzeit in Deutschland immer noch durchschnittlich 18 Prozent weniger als Männer. „Mich freut aber, dass das Thema Gleichberechtigung insgesamt stärker in den Fokus rückt, wie man auch hier und heute sieht“, spielt sie auf die höhere Zahl der Demo-Teilnehmenden im Vergleich zu den Vorjahren an.

Alle Gruppen vereint neben dem Wunsch nach mehr Gleichberechtigung die Solidarität mit den Menschen in der Ukraine. Oder wie es auf einem Plakat formuliert ist: „Feminismus ist grenzenlos“.

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