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Protest gegen die Situation der Geflüchteten

150 Demonstranten radeln bis zur Zentralen Unterbringungseinrichtung

Münster

Die Seebrücke Münster und das „Bündnis gegen Abschiebungen“ haben am Samstagnachmittag erneut eine Fahrraddemonstration initiiert, die am Ludgerikreisel ihren Anfang nahm und zur Zentralen Unterbringungseinrichtung am Albersloher Weg führte. „Die Zustände in der ZUE waren schon vor den Veröffentlichungen bekannt und sie haben sich bis heute nicht gebessert“, sagte Alena Wistuba von der Seebrücke.

Luca Pals

Gegen 14.50 Uhr starteten die circa 150 Menschen ihre Fahrraddemo. Die Polizei sperrte dafür für kurze Zeit den Ludgerikreisel, den die Fahrradfahrer für zwei Runden als Startpunkt nutzten. Foto: Luca Pals

Jeden letzten Samstag im Monat wollen die Verantwortlichen damit auf die „Situation in Lagern von Münster und auf der ganzen Welt“ aufmerksam machen. Sowohl die Vorwürfe gegen die ZUE (wir berichteten) als auch die Verhältnisse in ausländischen Flüchtlingslagern sind für das Bündnis Anlass, „weiter aufzurütteln und die Probleme anzusprechen“. Wistuba sprach vor dem Start der Fahrraddemo auch die Situation auf dem Mittelmeer an: „Das Problem ist aktueller denn je. Am Freitag starben 130 Menschen, die mit einem Boot vor der libyschen Küste untergegangen sind. Die Lage im Mittelmeer nimmt Ausmaße eines Genozids an.“ Ein weiterer Sprecher gab Einblick in seine Gefühlswelt: „Früher stand das Mittelmeer für den Traum vom schönen Leben, heute ist es ein Begriff für den Tod.“

Das „Bündnis gegen Abschiebungen“ stellte die Probleme in der ZUE mit Blick auf die Corona-Pandemie in den Mittelpunkt. Mindestabstände könnten aufgrund der Anzahl an Menschen nicht eingehalten werden und zu wenige Tests führten dazu, dass das Infektionsrisiko weiter ansteige. So würden die Verhältnisse denen in großen Flüchtlingslagern ähneln: „Dort breitet sich Corona und damit Angst und Panik aus.“

Gegen 14.50 Uhr starteten die circa 150 Menschen die Fahrt über Hafenweg und Albersloher Weg zur ZUE. Die Polizei sperrte dafür für kurze Zeit den Ludgerikreisel, den die Fahrradfahrer für zwei Runden als Startpunkt nutzten.

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