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Landgericht weist gewalttätigen Straftäter ein

25-Jähriger muss in ein psychiatrisches Krankenhaus

Münster

Diebstahl, Beleidigung, gewaltsame Übergriffe: Wegen diverser Delikte hat das Landgericht Münster die Einweisung eines psychisch Kranken in die Psychiatrie angeordnet.

Von Klaus Möller

Das Landgericht Münster ordnete die zwangsweise Einweisung eines Münsteraners in die Psychiatrie an. Foto: dpa

Zugeschlagen, Leute beleidigt und in diversen Einrichtungen gestohlen: Weil ein 25-Jähriger aus Münster über längere Zeit immer wieder straffällig wurde und dies im Zusammenhang mit einer psychischen Erkrankung geschah, hat das Landgericht jetzt für ihn die zwangsweise Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet.

Vor allem zwei Übergriffe auf andere Personen hatten zu der Entscheidung geführt, wie aus dem Beschluss des Gerichts hervorgeht. So war der Beschuldigte etwa Ende Oktober an der Wasserstraße auf einen dunkelhäutigen Mann zugegangen, der gerade mit der Pflege seines Autos beschäftigt war und zu ihm gesagt: „Neger, leg’ Dich auf den Boden.“ Der erstaunte Mann zog sich vorsichtshalber etwas zurück, wurde dann aber von dem 25-Jährigen mit der Faust ins Gesicht geschlagen und auch getreten.

Arzt in Greven angegriffen

In dem anderen Fall griff er einen Arzt am Krankenhaus in Greven an. Dort hatte der Münsteraner bereits Hausverbot, wie den Angaben des Gerichts zu entnehmen ist. Der Arzt machte ihn darauf aufmerksam, dass er keinen Mund-Nasen-Schutz trage, dies aber müsse. Daraufhin hielt der 25-Jährige dem Arzt vor dem Eingang ein offenes Klappmesser entgegen – er wolle behandelt werden. Der Mediziner stieß den Angreifer zurück und erklärte ihm, dass er wegen des Hausverbotes nicht hinein könne. Das interessierte den 25-Jährigen offenbar aber nicht: Statt sich nach der Vorgabe zu richten, schlug er dem Arzt heftig ins Gesicht.

Die Staatsanwaltschaft hatte wegen zahlreicher Vorfälle in einem Sicherungsverfahren die Unterbringung beantragt. Ein medizinisches Gutachten im Verfahren hatte ergeben, dass der 25-Jährige unter einer schizo-affektiven Psychose leide und seine Schuldfähigkeit gemindert sei. Die Staatsanwaltschaft beantragte deshalb eine Behandlung unter geschlossenen Bedingungen.

Hausverbot im Hauptbahnhof

Der 25-Jährige hatte ferner im Oktober vergangenen Jahres im Hauptbahnhof, wo ebenfalls Hausverbot für ihn bestand, Sicherheitsmitarbeiter mit einer Farbflasche beworfen.

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